Je länger die Corona-Pandemie andauert, desto schwerer scheint es, die tatsächlichen Folgen der wirtschaftlichen und sozialen Krise zu bewerten. Die Ankündigungen über staatliche Hilfen unterliegen dabei ebenso Abnutzungserscheinungen wie die immer dramatischer werdenden Berichte über individuelle Notlagen. So üppig die staatlichen Unterstützungen auch ausfallen mögen, zeichnet sich doch immer deutlicher ab, dass viele, die sich eben noch zu den gesellschaftlichen Leistungsträgern zählten, als Verlierer aus der Corona-Krise herausgehen werden.

An Appellen und Vorschlägen zur Vermeidung des Schlimmsten mangelt es nicht, und die gut gemeinte Idee des Sängers Herbert Grönemeyer, gegen einen drohenden kulturellen Kahlschlag insbesondere die Vermögenden in Anspruch zu nehmen, verfehlte denn auch nicht ihre Wirkung. In Deutschland, so rechnet Grönemeyer in der Tonlage eines Stadion-Rockers vor, leben ca. 1,8 Millionen Millionäre, und eine Gesellschaft, schlussfolgerte er in die applaudierende Öffentlichkeit, sei doch wie eine Familie.

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