Schluss mit der Casting-Show: Nach seinen umstrittenen Videos hat RTL Xavier Naidoo als DSDS-Juror gefeuert.
Foto: dpa/Henning Kaiser

BerlinEs ist inzwischen müßig, sich mit sprachkritischem Rüstzeug über die Texte des Soulsängers Xavier Naidoo zu beugen, um nach Be- oder Entlastendem in seiner politisierten Lyrik zu suchen. Das Gründungsmitglied der Söhne Mannheims hat zuletzt keinen Hehl aus Gesinnungsäußerungen gemacht, mit denen er sich in die Nähe von sogenannten Reichsbürgern begeben hat, die der Bundesrepublik ihre Anerkennung als Rechtsstaat verweigern. Sobald er auf seine Aussagen festgelegt zu werden drohte, hat Naidoo sich geziert und gewunden. Alles falsch verstanden, es war nicht so gemeint. Und es hätte wohl auch seinem Geschäftsmodell geschadet.

Das provokative Muster ist bekannt, Naidoo hat es nun aktualisiert. „Was, wenn fast jeden Tag ein Mord geschieht, bei dem der Gast dem Gastgeber ein Leben stiehlt?“ Die Worte stammen aus einem Song aus dem Jahr 2018, von dem nun ein Video aufgetaucht ist. Wer darin ein rassistisches Motiv zu erkennen meint, liegt laut Xavier Naidoo falsch. Er setze sich seit Jahren aus tiefster Überzeugung gegen Ausgrenzung und Rassenhass ein, heißt es in einem Statement, mit dem er auf den Rauswurf des Privatsenders RTL aus der laufenden Show „Deutschland sucht den Superstar“ reagiert. Xavier Naidoo – so sieht er es wohl selbst – ist Opfer einer weit verbreiteten politischen Korrektheit, die er in dem umstrittenen Clip selbst thematisiert hat. An einer Stelle heißt es: „Hauptsache, es ist politisch korrekt, auch wenn ihr daran verreckt.“

Das ist schlecht gedichtet und dumm gedacht. Für Xavier Naidoo gehörte es aber wohl zum Spiel, hart an der Grenze dessen zu navigieren, was der Markt erlaubt und ihm Fans aus dem rechten politischen Lager zuführt.