Der offene Brief, der die zaudernde Haltung von Bundeskanzler Olaf Scholz in der Frage von Waffenlieferungen an der Ukraine unterstützt, vor einem Dritten Weltkrieg und einer Eskalationsspirale warnt und von 28 Intellektuellen wie Lars Eidinger und Svenja Flaßpöhler unterzeichnet wurde, hat im Netz für eine Kontroverse gesorgt.

Viele Nutzer auf Twitter und Instagram werfen den Unterzeichner Gutgläubigkeit und naiven Pazifismus vor, andere unterstützen die Initiative. Der Gag-Schreiber Peter Wittkamp äußerte sich kritisch und schrieb etwa unter Lars Eidingers Instagram-Post zum offenen Brief: „Die Liste der Unterzeichner liest sich ein bisschen wie eine Party, auf die man auf keinen Fall gehen möchte.“ Der Schauspieler Hans-Jochen Wagner kommentierte wiederum: „Ich verstehe die Sehnsucht. Aber die normative Kraft des Faktischen ist illusionslos.“

Der Grünen-Politiker und EU-Abgeordnete Erik Marquardt schrieb wiederum: „Puh, also sind die Ukrainer naiv und können den Krieg nicht gewinnen. Sie sollen sich einfach ergeben und dann ist die Welt wieder in Ordnung? Die ukrainischen Frauen sollen sich vergewaltigen lassen, um die Sache nicht zu eskalieren? Ihr wollt keine Vergewaltigungen, aber ist das nicht die reale Konsequenz der Forderungen? Sicher wollt ihr keine wahllosen Erschießungen der Zivilbevölkerung, aber ist das nicht die reale Konsequenz? Sicher wollt ihr die Demokratie verteidigen, aber fordert ihr nicht, sie kompromisslos einem Diktator zu opfern? Was bedeuten eure Forderungen für andere Demokratien, die einer Atommacht gegenüberstehen? Sollen wir alles an Putin übergeben, sobald er droht, um Leid und Weltkrieg zu verhindern? Macht ihr es euch da nicht zu einfach?“

Der Comedian Niels Ruf scherzte: „Der Klügere gibt nach?“

Der offene Brief ist auf der Website von Emma erschienen.