Köln - Wer die Songs vom kommenden Coldplay-Album zum ersten Mal live hören wollte, der musste sich am 12. März einen Wecker in der Nacht stellen. Der Auftritt der Band beim SXSW-Festival in Austin, Texas war zwar weltweit als Internet-Stream zu hören und zu sehen, aber wegen der Zeitverschiebung in Europa eben erst um vier Uhr früh.

Zu einer deutlich angenehmeren Zeit, 21.03 Uhr, begann am Freitag die Coldplay-Show im Kölner E-Werk, wie in Austin mit dem neuen Stück „Always in my Head“. Es war der erste von sechs Auftritten auf drei Kontinenten in der heißen Phase der CD-Promotion – „Ghost Stories“ erscheint am 16. Mai.

Wie schon bei ihrem E-Werk-Konzert im November 2011 übertrug 1Live die Coldplay-Show im Hörfunk – ein Trostpflaster für alle, die beim Run auf die nur 2000 Tickets zu kurz gekommen waren. Allerdings nicht in voller Länge.

Als die Radio-Pflicht kurz vor Zehn erfüllt war, sagte Sänger Chris Martin den Fans: „Jetzt sind wir unter uns“. Dann legte die Band noch drei Stücke nach, zwei Hits aus dem Jahr 2002 („God Put a Smile Upon Your Face“ und „The Scientist“) und dann sogar eine echte Weltpremiere. Bei „A Sky Full of Stars“ wurde dem Publikum auch klar, was es mit der süßlichen Bühnendeko auf sich hatte, einem Himmel voller Sterne.

Danach ist gegen 22.15 Uhr Schluss, der Coldplay-Klassiker „Yellow“ bleibt an diesem Abend ungespielt. Als wehmütige Erinnerung an das Debütalbum der Band geht aber der neue Song „Oceans“ durch (noch eine Kölner Weltpremiere), den Chris Martin alleine mit Akustikgitarre beginnt und der sehr stark an die Soundästhetik von „Parachutes“ erinnert. Das war in der Zeit, bevor Coldplay lernten, so dick aufzutragen wie U2. Und als Chris Martin Gwyneth Paltrow noch nicht kannte.