Soll man etwas tun, oder soll man lieber nichts tun? Lohnt es sich, morgens aufzustehen, oder bleibt man besser im Bett? Wie pflegt man sein Phlegma, ohne dass man sich beim Phlegmapflegen allzu sehr anstrengen muss? Und was man heute besorgen kann, verschiebt man das lieber auf morgen oder auf übermorgen oder auf den Sanktnimmerleinstag? Das sind Fragen, die man sich derzeit vielerorts stellt; Prokrastination, Auf-, Ver-, Um- und Abschub von Aufgaben und Tätigkeiten gehören zu den unbedingten Lieblingsbeschäftigungen nicht nur in der jüngeren Generation.

Manche beginnen, das inzwischen aber auch kritisch zu werten: „Ich muss was gegen das Nichtstun tun“, bekennt die Berliner Sängerin Balbina in ihrem Lied „Nichtstun“, „denn das Nichtstun tut mir gar nicht gut“. Beim Aufbäumen gegen die Apathie bliebt sie dann aber wiederum eher passiv, so bittet sie in eher höflicher Form die Langeweile darum, sich zu beeilen mit dem Vergehen, und beschreibt derweil mit schön schläfriger Alt-Stimme ihre Gefühle beim Blick auf die nicht vergehen wollende Zeit: „Ich staube hier nur ein / wie ein Stofftier auf einem Regal / alles ist egal“.

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