Ist es ein G7sus4? Ist es ein Fadd9? Darüber sind sich die Experten auch 50 Jahre nach der Uraufführung des Stücks nicht einig. Mit einem der berühmtesten Anfangsakkorde der Rockgeschichte beginnt am Dienstagabend vor 22.000 Zuschauern Paul McCartneys Konzert in der ausverkauften Berliner Waldbühne.

Der Song zum Akkord jedenfalls heißt „A Hard Day‘s Night” und den kennt jedes Kind. Jedenfalls jedes Kind, das heute um die sechzig ist. Vier Tage vor seinem 74. Geburtstag nimmt Paul McCartney das Publikum mit auf eine nostalgische Tour durch fast 60 Jahre seiner Karriere.

Vor allem die alten Songs kommen bei den Fans an

Auf seiner aktuellen „One in One“-Tour spielt er nach eigenen Worten „old songs, new songs and in between songs“. Naturgemäß sind bei den Beatles-Fans im Auditorium vor allem die alten Songs gefragt: „Can‘t Buy Me Love“, „Here, There and Everywhere“, „Let It Be“, „Hey Jude“.

In Gedenken an die Opfer des Anschlags in Orlando kam McCartney mit der Regenbogen-Fahne der Lesben- und Schwulenbewegung auf die Bühne. „Wir stehen gemeinsam mit Orlando“, rief er auf Deutsch unter dem Applaus des Publikums.

Mit seiner vierköpfigen Band, die ihn inzwischen schon etliche Jahre länger begleitet als damals die Beatles, spult McCartney sein fast dreistündiges Programm routiniert bis in die Haarspitzen seines erstaunlich gut erhaltenen Pilzkopfes ab. Für die Zugabe hat sich Paul McCartney ein Lied aufgehoben, das in einem Wort zusammenfasst, worum es an diesem Abend geht: „Yesterday“.