Mit 29,4 Prozent trug die Software-/Games-Industrie am meisten zur Bruttowertschöpfung der Branchengruppe bei.
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BerlinKunst und Kultur sind ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in Deutschland: Die Bruttowertschöpfung der heimischen Kultur- und Kreativwirtschaft stieg im Jahr 2018 um 2,9 Prozent an und erreichte   einen Spitzenwert von 100,5 Milliarden Euro, was drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes ausmacht. Das geht aus dem aktuellen Monitoringbericht Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung hervor, den das Bundeswirtschaftsministerium am Dienstagabend veröffentlichte (www.bmwi.de).

Zum Vergleich: In der chemischen Industrie betrug die jährliche Bruttowertschöpfung – also der Produktionswert aller 2018 hergestellten Güter und Dienstleistungen abzüglich der dazu nötigen eingekauften Produkte und Leistungen – mit 50,6 Milliarden Euro nur etwa halb so viel. Die Wertschöpfung der Finanzdienstleister betrug 75,2 Milliarden Euro, und sogar die des Maschinenbaus lag mit 107,1 Milliarden Euro nur hauchzart darüber.

Zur Kultur- und Kreativwirtschaft gehören insgesamt zwölf Teilbereiche: der Musik-, Buch- und Kunstmarkt, die Film- und die Rundfunkbranche, der Markt für darstellende Künste, die Designwirtschaft, der Architektur-, der Presse- und der Werbemarkt sowie die Software-/Games-Industrie und ein Bereich der „Sonstigen“. Mit 29,4 Prozent trug die Software-/Games-Industrie am meisten zur Bruttowertschöpfung der Branchengruppe bei, der Kunstmarkt mit 1,2 Prozent am wenigsten. Der Pressemarkt hält bei 11,2 Prozent.

Steigerung um 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr

In den 256.000 im Bericht berücksichtigten Kreativ-Unternehmen waren insgesamt 1,195 Millionen Menschen als Selbstständige (21,5 Prozent) oder abhängig Beschäftigte kernerwerbstätig; will heißen, dass sie davon leben konnten. Trotz der positiven Umsatzentwicklung auf über 168 Milliarden Euro, was eine Steigerung von 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutete, gab es hier allerdings noch immer über eine halbe Million, nämlich 500.999, geringfügig Erwerbstätige: Personen, die weniger als 17.500 Euro Jahresumsatz machen. Diese Zahl wird in dem Bericht im Vergleich zu anderen Wirtschaftsbranchen als „außerordentlich hoch“ angemahnt. Denn sie bedeutet, dass jeder vierte aller geringfügig Erwerbstätigen in Deutschland in der Kultur- und Kreativwirtschaft arbeitet.

Im ländlichen Raum hat die Bedeutung der Kultur- und Kreativwirtschaft 2018 indessen abgenommen. Während der Anteil solcher Unternehmen an der Gesamtwirtschaft zwischen vier und zehn Prozent beträgt, liegt deren Anteil auf dem Land unter drei Prozent. Und Verbesserung ist eher nicht in Sicht: Nur die Hälfte der Kultur- und Kreativschaffenden im ländlichen Raum geht davon aus, dass die Branche dort künftig wachsen wird.