Ein Ermittler mit kaputtem Privatleben, Mordfälle im Rotlichtmilieu – der Roman „Die Krieger“ beginnt konventionell: Der Berliner Schriftsteller Martin Maurer führt seine Leser ins München der 1980er-Jahre. Die Hauptfigur, Kriminalkommissar Nick Marzek, ermittelt hier in einem eskalierenden Zuhälterkrieg. Und so ist es fast schon Routine, als Marzek wieder einmal ins verruchte Bahnhofsviertel gerufen wird, wo eine Erotik-Diskothek angezündet wurde. Doch dann trifft ein Brief aus Mailand ein, in dem sich eine „Gruppe Ludwig“ zu dem Brandanschlag bekennt. Gemeinsam mit der kurzerhand zum Dolmetscherdienst abkommandierten Putzkraft Graziella wird Marzek für Ermittlungen nach Italien geschickt.

Die „Gruppe Ludwig“ gab es tatsächlich – zwischen 1977 und 1984 ermordeten mutmaßlich zwei Täter in Oberitalien und eben auch in München 14 Menschen. In ihren Bekennerschreiben spielte die Gruppe mit nationalsozialistischer Symbolik. Auch die Wahl der Opfer, unter anderem Homosexuelle und Prostituierte, deutete auf einen rechtsextremen Hintergrund hin. Vieles blieb indes rätselhaft – in der damaligen Berichterstattung lässt sich nachlesen, wie BKA-Ermittler sogar Bücher zur Kirchen- und Literaturgeschichte wälzten, um der „Gruppe Ludwig“ auf die Spur zu kommen.

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