Das sind vielleicht drei Früchtchen, die irre Sneak, die Mörderin Blair und Jessica, die Polizistin mit der Millionenerbschaft, die in Candice Fox’ grellem Thriller „Dark“ Los Angeles und Umgebung unsicher machen auf der Suche nach einer vierten, Dayly, einer notorisch klammen Diebin, die hinter einem ganz großen Ding her ist. Die Australierin Candice Fox ist mit der rabenschwarzen Eden Archer-Trilogie bekannt geworden; jetzt ist sie nach Südkalifornien gewechselt, hat ihren Highspeed-Stil mitgenommen und sampelt damit aus den Versatzstücken aller kalifornischen Krimi-Schulen zwischen Dashiell Hammett und James Ellroy plus Hollywoods Plausibilität-ist-für-Schlafmützen-Haltung einen wahnwitzigen Crime-Trip, der allerdings einen entscheidenden Schritt aus dem handelsüblichen Gemenge heraus macht: Hier nehmen die Frauen alles in die Hand. Männer hingegen verharren mürrisch oder aggressiv in ihren alten machoverseuchten Klischeeleben. Auf der Motivationsebene hat das entscheidende Bedeutung: Für die Kinder gehen die drei über Leichen. Wenns am Ende, nach den wüstesten Verfolgungsjagden und übelsten Schießereien, Geld gibt, auch gut. „Dark“ ist mit Speed versetztes literarisches Dopamin für uns träge Lockdowner.

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