Als vor gut einem Jahr Caroline Fourests Streitschrift „Generation Beleidigt“ auf Deutsch erschien (Edition Tiamat), war dem Buch der französischen Feministin, die zuletzt immer öfter auch gegen vermeintlich linke Selbstgerechtigkeit zu Felde gezogen war, auch hierzulande die Aufmerksamkeit gewiss. Man konnte ihren Essay, der sich vornehmlich auf die Verhältnisse in Frankreich bezieht, mit Blick auf eine auch in Deutschland grassierende Cancel Culture lesen, die kuriose Blüten treibt und nicht selten bitterernste Folgen hat. In einer Besprechung der Berliner Zeitung habe ich folgendes Resümee gezogen: „Fourest beschreibt es als besondere Plage der Sensibilität, wenn Minderheitenrechte in immer neuen Varianten zum Schutzgegenstand politischer Aktivisten auserkoren werden. (…) Ihre Beispiele sind zu wahr, um lustig zu sein, weshalb sie ihre Fallsammlung mit soziologischer Genauigkeit unterfüttert: ,Gestern kämpften Minderheiten gemeinsam gegen Ungleichheiten und patriarchale Herrschaft‘, schreibt Fourest. ,Heute kämpfen sie, um herauszufinden, ob der Feminismus ,weiß‘ oder ,schwarz‘ ist. Der Kampf der ,Rassen‘ hat den der Klassen verdrängt.“

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