Kaum aus Berlin nach Havanna zurückgekehrt, ist der namhafte kubanische Künstler Hamlet Lavastida verhaftet worden. Das Künstlerhaus Bethanien informierte am Montag darüber, denn bis vor kurzem war der 38 Jahre alte Lavastida noch Stipendiat des internationalen Atelierprogramms des Künstlerhauses in Berlin. Am 21. Juni erst war er nach Kuba zurückgekehrt. Er befinde sich aktuell als politischer Gefangener im Gefängnis Villa Marista in Havanna. Die Villa Marista am Rande der Stadt ist das Hauptquartier der kubanischen Sicherheitskräfte, ein Gefängnis vor allem für politische Gefangene. „Hamlet Lavastida ist ein mutiger Künstler, der im Rahmen der Freiheit der Kunst handelt. Mit seinen Werken macht er von seinem Recht auf Meinungsfreiheit Gebrauch“, schreibt das Künstlerhaus und fordert seine sofortige Freilassung.

Lavastidas Mutter sei am Sonnabend von den Behörden über die Verhaftung ihres Sohnes informiert worden, heißt es auf der Webseite von 14ymedio, der ersten unabhängigen Online-Zeitung des Landes. Offenbar ist er noch in dem Quarantäne-Zentrum, in das er nach seiner Rückkehr aus Berlin musste, verhaftet worden.

14ymedio beschreibt Lavastida als einen der bedeutendsten Künstler seiner Generation. In den vergangenen Monaten habe er immer wieder Kritik an der Regierung geübt und die Repressionen beklagt. Dutzende kubanische Künstler in Kuba und außerhalb haben sich in den sozialen Medien gegen Lavastidas Verhaftung ausgesprochen. Einer von ihnen, Lester Álvarez, erklärte, man habe Lavastida nur aus dem Grund verhaftet, weil er frei seine Meinung gegen die autoritäre kubanische Regierung ausgedrückt habe.