Erinnerung an das frühere Leben der Dene – an die unwiederbringlich verlorene Einheit von Mensch und Natur.
Foto: Edition Moderne/Joe Sacco

BerlinEine Geschichte, dicht wie Schneegestöber. Joe Saccos Comic-Reportage „Wir gehören dem Land” führt uns in den hohen Norden Kanadas. Zu den Dene, so heißt das indigene Volk, das seit ewigen Zeiten im Mackenzie River Valley lebt, einer entlegenen Gegend an der Grenze zu Alaska. Der Titel des Comics deutet es bereits an, Saccos Bildergeschichte erforscht nicht nur das Leben dieser First Nation, sondern macht sich das Schicksal einer bedrohten Minderheit zu eigen. Die Dene verteilen sich in einer Vielzahl von Stämmen, auch Bands genannt, über die Nordwest-Territorien. Sie erheben keinen Anspruch auf ihr Land, sie bilden eine naturmystische Einheit mit ihm.

So besagt es jedenfalls die Tradition, und damit ist der diese Reportage durchziehende Konflikt vorgezeichnet. Die Dene habe eine brutale Geschichte der Verdrängung und Vertreibung hinter sich, heute droht das Volk vollends zu verschwinden, aufgerieben zwischen dem technischen und wirtschaftlichem Fortschritt auf der einen und dem Wunsch nach einer Rückkehr zu dem ursprünglichen, naturnahen Leben auf der anderen Seite. Ein starker Wunsch, bot der Wald den Indianern doch einmal reichlich Nahrung, Karibus, Bisons, Hirsche und Elche; entlang der Flüsse wurde rege Fischfang betrieben und durch den Handel mit den Europäern die Pelztierjagd im 18. Jahrhundert zur Basis ihrer Wirtschaft.

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