Kultursenator findet Angriffe in Museen kontraproduktiv

Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) hat die Angriffe von Klimaaktivisten auf Kunstwerke verurteilt. „Ich habe dafür null Verständnis“, sagte er am Mo...

ARCHIV - Klaus Lederer (Die Linke), Berliner Senator für Kultur und Europa, spricht in einem Interview mit der dpa.
ARCHIV - Klaus Lederer (Die Linke), Berliner Senator für Kultur und Europa, spricht in einem Interview mit der dpa.Fabian Sommer/dpa/Archivbild

Berlin-Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) hat die Angriffe von Klimaaktivisten auf Kunstwerke verurteilt. „Ich habe dafür null Verständnis“, sagte er am Montagnachmittag. Die Aktivitäten der Protestgruppe „Letzte Generation“ in den Museen bereiten ihm nach eigenen Angaben erhebliche Sorgen. Er könne die Dringlichkeit des Anliegens verstehen, man habe nicht mehr viel Zeit, um die Klimaprobleme in den Griff zu bekommen. Er glaube aber, dass dieses Agieren kontraproduktiv sei. Kunst zu gefährden, halte er für verantwortungslos, sagte Lederer. Und mit Verantwortungslosigkeit verantwortliches, politisches Handeln einzufordern, sei absurd.

Klimaaktivisten hatten mehrfach den Betrieb in Museen gestört. Vor rund einer Woche schütteten sie eine Flüssigkeit auf ein mit Glas geschütztes Bild von Claude Monet im Potsdamer Museum Barberini. Am Sonntag klebten sich zwei Frauen im Berliner Museum für Naturkunde an Metallstangen unter Dinosaurierskeletten fest. Die Gruppe „Letzte Generation“ fordert entschlossenere Maßnahmen gegen den Klimawandel.

Lederer kritisierte, die Aktionen seien eine Art Alltagssport geworden. In Potsdam habe man großes Glück gehabt, dass die Substanz durch eine bestimmte Rahmung nicht in das Bild eingedrungen sei. Wenn in Zukunft gefordert sei, Museen zu Hochsicherheitstrakten hochzurüsten, würden die Hürden für einen Museumsbesuch noch weiter steigen. Ressourcen würden dann für das fehlen, wofür sie eigentlich gebraucht würden, nämlich für die Vermittlung. Man sei in keiner Weise in der Lage, Museen vor solchen Übergriffen zu schützen, warnte Lederer. Er könne nur hoffen, dass ein Stück weit Reflexion erfolge. Alles andere sei eine Sache für die Strafverfolgungsbehörden.