Das Vorurteil hält sich so zäh wie ungerecht: Das Berliner Kulturforum hinterm Potsdamer Platz gilt als zumeist gähnend leerer Ort, rings umgeben von Philharmonie und Staatsbibliothek, von Museen von Weltrang, wie der kürzlich wieder sanierten Neuen Nationalgalerie Mies van der Rohes, der Gemäldegalerie Alter Meister, dem Kupferstichkabinett und der Kunstkirche St. Matthäus. Und nun auch noch von der Baustelle für das Museum des 20. Jahrhunderts. Doch wenn nicht gerade Arte-Sommerkino ist, sieht man kaum jemanden auf den abgestuften Terrassen des als Piazzetta gebauten Stadtplatzes. Die Leute verschwinden hinter den Türen der Kulturbauten und wenn sie wieder rauskommen, verweilt keiner. Der unwirtliche steinerne Platz ist ein Produkt utopischen Denkens. Einst Nachkriegsbrache, stehen hier längst Institutionen und Architekturikonen der Moderne. Die Vorgeschichte ist ambivalent, reicht von der Italiensehnsucht Preußens über die NS-Großmachtfantasien von „Germania“  bis hin zum Traum von einer West-Berliner Museumsinsel.

Am Donnerstagabend ist Gelegenheit für die Bürger,  von der kulturellen Nachbarschaft des Platzes vieles über „Utopie Kulturforum“ zu erfahren, von Möglichkeiten des Miteinanders für eine künftige Belebung des „Unortes–Sehnsuchtsortes–Zukunftsortes“. Es soll geredet und gestritten werden. Für ein Kulturforum, das seinen Namen auch verdient.

RAW Gelände: Fotografie live

Auf dem alten Reichsbahn-Gelände nahe dem Bahnhof Warschauer Straße wurden bis 1995 noch Züge repariert. Längst ist dort eine Oase der urbanen Lebensart entstanden. Das Clubleben freilich ist durch Corona noch ziemlich eingeschränkt. Und so öffnen sich alternativ die Tore der Clubs Haubentaucher und Cassiopeia statt zum Tanzen eben zur Fotokunst. Ab Donnerstag sind Fotofans eingeladen, neue Kameras und Zubehör auszuprobieren, sich auszutauschen. Zudem gibt es Vorträge und Workshops und natürlich Ausstellungen legendärer Fotografen, so des Magnum-Fotografen Thomas Hoepker, der seine Serie „Mauerkinder“ zeigt.

DPA/Britta Pedersen
Der Pool-Club Haubentaucher auf dem RAW-Gelände wird in den nächsten Tagen zum Wallfahrtsort der Fotokunst und Foto-Technik.

Mit Leica, Panasonic und Sigma bündeln drei Marken der Fotoindustrie ihre Technologie-Erfahrung und Know-how. Namhafte Fotografen bieten Live-Shootings an. Die Marken Sony und Nikon zeigen neueste Produktpaletten. Ein Kamera- und Objektiv-Verleih steht zur Verfügung. Und Tamron bietet eine Gala der Brennweiten auf  – auch für Street-Fotografie.

Kulturforum, am 26. August ab 19.45 Uhr, offen für jedermann.

Berlin Photo-Week, RAW-Gelände Friedrichshain, bis 29. August täglich 12-20 Uhr, Tickets unter: berlinphotoweek.com und alle Infos: www.berlinphotoweek.com