Manchmal leben Künstler ihrer Kunst wegen gefährlich. Igor Vucic war in den ehemaligen Bürgerkriegsgebieten in Ex-Jugoslawien, der Heimat seiner Eltern, unterwegs. Der einstige Meisterschüler von Olaf Metzel an der Münchner Kunstakademie fand da jede Menge Mörsergranatsplitter. Aus den spitzigen rostigen Fragmenten der todbringenden Waffen formte er eine Dornenkrone. Der Anblick schmerzt, macht traurig, man denkt an Bosnien, an den Kosovo, an die Ukraine, an Afghanistan, den Irak, an Syrien und Gaza. Was haben die Menschen gelernt seit Golgatha? Die Marterkrone baumelt an durchsichtigen Seilen von der Decke des neuen Berliner Bernheimer- Domizils Monbijoustraße 2.

Hier hat Isabel Bernheimer für diese erste Schau in ihren neuen elf gemieteten Ausstellungsräumen in der Residenz Monbijou, dicht an der Museumsinsel, acht junge Künstler eingeladen. „Who Cares?“ (Wen kümmerts?) sagt schon viel über das Anliegen der Schau. Mit ihrer Agentur wolle sie, so die 35-Jährige, die das Metier unter anderem bei einem Mentor wie den Londoner Tate-Chef Chris Dercon, der eine Zeit lang das Münchner Haus der Kunst leitete, erlernt hat, weg vom klassischen Galeriebetrieb, hin zu Vernetzungen mit anderen Sparten und mit dem Zeitgeschehen.

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