Berlin - Mit dem zweiten Lockdown des öffentlichen Lebens kommt nicht alles zum Erliegen. Vielmehr hat ein Wettlauf um die Gunst der Aufmerksamkeit der unterschiedlichen Bedrohungslagen begonnen. Vulnerable Altersgruppen, Wirtschaftsbranchen, kulturelle Nischen – es ist eine Konkurrenz der besonderen Notlagen entstanden, deren Akteure es bislang nicht gewohnt waren, sich Gehör verschaffen zu müssen. Nun aber wird deutlich, dass das neuerliche Herunterfahren des öffentlichen Lebens mit der Angst einhergeht, marginalisiert zu werden.

Das hat auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters erkannt. Bei ihrer Forderung nach akuten Corona-Hilfen für Kulturschaffende verwies sie darauf, dass mehr als 1,5 Millionen Menschen, die als Bühnenbauer, Gesangstrainer, Maskenbildner etc. arbeiten, mehr als 100 Milliarden Euro zum Bruttoinlandsprodukt an Wertschöpfung beitragen. Die Kreativwirtschaft eben, mit der aber bislang nicht sonderlich kreativ umgegangen wurde. Es müsse über ganz andere Hilfsstrukturen gesprochen werden, forderte Grütters deshalb. Vor allem aber müsse der Lebensentwurf der Soloselbstständigen endlich ernst genommen werden. „In der Krise müssen wir gerade auf deren Probleme ganz anders reagieren als bisher.“

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