Berlin - Zu Beginn der 1980er-Jahre war das akademische Leben an der Berliner Freien Universität (FU) in vielfacher Hinsicht von theoretischen Lockerungsübungen geprägt. In den Literatur- und Sozialwissenschaften kursierten – sehr zum Ärger gestandener Professoren – fröhlich poststrukturalistische Theoreme, und in Seminaren prallten die Ideen der sogenannten Neuen Philosophen ganz unmittelbar auf die Vertreter einer gediegen-marxistischen Theoriebildung.

Einer, der diese Spannung sehr früh fruchtbar zu machen verstand, war der Schweizer Soziologe Urs Jaeggi. Unvergessen ein soziologisches Seminar, das die Kollegen Dietmar Kamper, Gabi Althaus, Norbert Bolz und Urs Jaeggi als Gemeinschaftsveranstaltung abhielten, in der sie den  akademischen Streit als Auseinandersetzung sehr eigenwilliger Antipoden demonstrativ auf die Bühne brachten. Als Soziologe alter Schule hielt Jaeggi wenig vom sogenannten Neuen Denken, dessen begrifflicher Beliebigkeit er misstraute.

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