Berlin-Im Mai vor 25 Jahren war die Parochialkirche in Mitte Taufstelle der Singuhr-Hörgalerie. Berlin bekam eine Instanz für experimentelle Klangkunst-Installationen, fantasieanregend hörbar in akustisch wie historisch spektakulären Räumen der Stadt. Alljährlich im Sommer waren auch in üblicherweise öffentlich nicht zugänglichen Bauten, so in den alten Wasserspeichern Prenzlauer Berg avantgardistische Klang-Kompositionen zu hören.

Damals war das evangelische Gotteshaus noch ohne Turmspitze, die hatte die Kirche bei einem Bombenangriff zu Kriegsende eingebüßt. Aber das Glockenspiel funktionierte. Also bekam das Klangkunst-Projekt den Namen „Singuhr“, eine Wort-Kombination aus Singen und Uhr, die üblicherweise an einen Kirchturm gehört. Inzwischen hat der Turm dank Spenden eine neue Spitze. Und das Kirchenschiff ist Jubiläums-Ort für „sound spaces berlin“. Drei Wochen lang zeigt die Doppelschau der Hörgalerie – zweiter Ort ist der Meinblau-Projektraum im Pfefferberg – die Möglichkeiten von bilderlosen Raumkunst-Erlebnissen auf. Und es wird Bilanz gezogen: 100 Ausstellungen, zig Konzerte und Festivals belegen, dass das Genre Klangkunst mit seiner Synthese aus imaginären wie kinetischen Installationen, Kompositionen und Performance gerade auch in Berlin längst aus seiner Nische herausgewachsen ist.

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