Die drei Frühlingsmonate laden ihren jeweiligen achten Tag mit politischen Bedeutungen auf. Seit 1911 ist der 8. März internationaler Tag der Frauen, an dem weltweit auf Frauenrechte und die Gleichstellung der Geschlechter aufmerksam gemacht wird. Der 8. Mai wird als denkwürdiger Tag der Befreiung von Hitlerfaschismus und Krieg durch den Einmarsch der Roten Armee in Berlin und im deutschen Osten begangen. Und dazwischen ist der 8. April – seit 50 Jahren der Tag, an dem Roma und Sinti auf ihre Existenz, auf ihre prekäre Lage seit Jahrhunderten mit Diskriminierung, Unterdrückung, Verfolgung und Vernichtung unter den Nazis aufmerksam machen und Gleichberechtigung einfordern.

Roma und Sinti, die noch bis über das Jahrhundertende als „Zigeuner“ Herabwürdigung und Ausgrenzung ertragen mussten, was derzeit in Ungarn, Rumänien und Bulgarien oft wieder krasser Alltag ist, leben seit Jahrhunderten in Europa, bildeten historisch gewachsene Minderheiten. Ihre Geschichte, ihr Schicksal wurden immer von den politischen Entwicklungen in Gesamteuropa geprägt. Roma und Sinti besaßen nie einen eigenen Staat oder eine eigene Regierung, die sich für sie einsetzte.

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