Dresden/Berlin - Es kommt vor, dass ein Erlebnis ein ganzes Leben und Werk prägt: Heute vor 76 Jahren hat Wieland Förster den Tod gesehen. Es war sein 15. Geburtstag, der 13. Februar 1945. Die Phosphorbomben der Alliierten überzogen Dresden mit einem Feuersturm, ohne Unterschied, ob die weltberühmten Museen des „Sächsischen Louvre“ in Schutt und Asche gingen, die barocken Kirchen, das Schloss, Krankenhäuser, Schulen, Wohngebiete. Oder die eigentlich mit dem Angriff gemeinten Fabriken und Amtssitze der Nazis.

Das damals Erlebte schleppt der später nach Berlin übergesiedelte Dresdner bis heute mit sich wie eine nie heilende Wunde. Wenige Tage nach dem Bombardement wurde er von den sowjetischen Befreiern verhaftet, der Junge hatte in dem Chaos eine Waffe gefunden; die Rotarmisten sahen in ihm einen Nazi und sperrten ihn ein. Die Bilder vom brennenden Dresden waren unauslöschbar. Und das Überleben in einer Zelle des sowjetischen Geheimdienstes, die Haftzeit im „Gelben Elend“ in Bautzen hatte Folgen. Das Herz. Aber wie durch ein Wunder hält er dessen Schwäche bis heute im Griff – wohl durch die Kunst. Im Alter zog er von Prenzlauer Berg ins stille Brandenburgische Wensickendorf.

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