Linie, Körper, Mimik, Gestik – alles ist Symbol: Seine Blütezeit hatte der Symbolismus zwischen 1890 und 1910. Zwischen Impressionismus und aufkommendem Expressionismus. Die symbolistische Spielweise war die Décadence, Ausdruck für den Verfall der Epoche in schwüler Sinneslust. Und in Allegorien von Landschaft und Körper. Ferdinand Hodler, geboren 1853 in Bern, gestorben 1918 in Genf, spielte auf beiden Klaviaturen. In der Berlinischen Galerie erzählen jetzt 50 Gemälde Hodlers von einem außergewöhnlichen Künstler. Allein 30 Werke kommen vom Kooperationspartner, dem Kunstmuseum Bern. Es ist 40 Jahre her, seit Hodlers Werk zuletzt in Berlin zu sehen war, damals in der Neuen Nationalgalerie.

Hodler war eine Schlüsselfigur der europäischen Moderne um 1900. Er malte seine suggestiven und avantgardistisch „parallelistischen“ Figuren-Kompositionen, lange bevor 1916 in der Züricher Spiegelgasse im Cabaret Voltaire der mit Nonsens provozierende Dadaismus ausgerufen wurde. In der Schweiz ist Hodler ein Nationalheiliger. Weniger bekannt aber ist, dass sein Weg zum internationalen Ruhm dereinst eng mit der deutschen Hauptstadt, mit der Kollegialität von Max Liebermann und Edvard Munch verbunden war, sich ihm von Berlin aus die Kunstwelt öffnete. Gelebt aber hat der Schweizer hier nie. Der geschickte Netzwerker und Freund Gustav Klimts war der Berliner Secession und dem Deutschen Künstlerbund beigetreten und bekam von 1898 bis 1914 mindestens 40 Ausstellungen, allen voran in den Kunstsalons Fritz Gurlitts und Paul Cassirers.

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