Berlin - Er starb schon 1983 im Alter von nur 62 Jahren, und doch: Die Erinnerung an den Architekten, Stadtplaner, Planungspolitiker und West-Berliner Senatsbaudirektor Werner Düttmann ist überaus lebendig, Ja, er erlebt nach drei Jahrzehnten oft ungerechter Kritik derzeit eine regelrechte Renaissance. Die von ihm geplante Umbauung des Mehringplatzes am Halleschen Tor mit zwei Gebäuderingen gilt als Beginn einer kritischen Stadtreparatur, die oft brillanten, hoch effizienten und doch lebensvollen Wohnungsgrundrisse werden wieder studiert mit ihren amerikanisierenden Wohnküchen und als Außenwohnraum angelegten Balkonen.

An diesem Sonnabend wäre Düttmann 100 Jahre alt geworden. Das Fest in der von ihm entworfenen Akademie der Künste im Hansaviertel musste zwar auf den Herbst verschoben werden. Doch das Brücke-Museum, ebenfalls ein Werk Düttmanns und als einer der besten deutschen Museumsbauten der 1970er-Jahre gefeiert, kann seine von vorneherein dezentral geplante Ausstellung über Leben und Werk wie geplant am Sonnabend beginnen: Dann werden Informationstafeln an 28 Orten im einstigen West-Berlin an Architekturen wie etwa der Mensa der Technischen Universität oder der Verkehrskanzel am Kurfürstendamm eingeweiht. Dazu kommt, hoffentlich, am 17. April die eigentliche Ausstellung, die ihrerseits in vier Hauptbauten Düttmanns – der Akademie, der Hansa-Bibliothek, St. Agnes in Kreuzberg und im Haus der Kulturen der Welt – stattfindet. Und endlich gibt es wieder ein prachtvoll illustriertes Buch zu seinem Werk, passend vom neuen Verlag Wasmuth & Zohlen publiziert – das Verkaufsgeschäft für Wasmuth war eines der frühesten Werke von Düttmann.

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