Berlin- Das Gemälde eines gefallenen Engels können wir gleichsam als ihr Alter Ego deuten. Es hängt jetzt im Mittelpunkt einer Ausstellung in der Galerie Pankow. Als Hommage an die Malerin Bärbel Bohley (1945–2010). Sie wäre 75 geworden. Aber dieses Jubiläum erlebte sie nicht. Und inzwischen scheint es, als schiebe unsere schnelllebige, krisenbelastete, von der Corona-Pandemie getriebene Zeit dieses Leben und Werk fast ins Vergessen.

Die an der Kunsthochschule Weißensee Ausgebildete hatte einen zeichnerischen Stil: spröde und herb, reduziert aufs Wesentliche. Das Liebliche war ihre Sache nicht. Sie sah das Schöne und Gute in der Welt wie einst die Expressionisten, existenziell, als Kipp-Zustand, unvollkommen. Und immer gefährdet. Harmonie konnte auch schwerlich aufkommen, die Ostberlinerin sah das DDR-Regime kritisch, eckte dauernd an, wurde gemaßregelt wegen ihrer Ansichten zu Menschen­rechten in der DDR, an deren Utopie sie lange geglaubt hatte, bis zur Desillusion.

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