Berlin - Die Krisen der Welt haben Hochkonjunktur. Nihilisten und Verschwörer haben in der globalen Corona-Pandemie Auftrieb bekommen, im Nahen Osten herrscht Krieg. In anderen Teilen der Welt wird die Natur für Ackerbau und Viehzucht gerodet. Gletscher schmelzen, und in Sibirien tauen die Permafrostböden auf.

Apokalypse? Aber Gilbert & George, diese beiden aparten älteren Herren, lassen es sich nicht verdrießen in ihrem Londoner Atelier. Ihr Optimismus scheint unzerstörbar. Sie versetzen ihren Glauben an die Liebe und die Freiheit – und auch an die Rettung der Natur vor dem Klima-Kollaps in leuchtende Farben und opulente Formen. Diese von keinerlei Pessimismus getrübte Zuversicht zelebriert das schwule Künstlerpaar jetzt wandbreit und wandhoch in der Berliner Galerie Sprüth Magers in der Oranienburger Straße. 25 riesige Naturmotive, Collagen und gerasterte Bildwelten tun sich auf: Blüten, Früchte, Blätter, in intensiven Frühlings-, Sommer-Farben. Schönheit und Eros. Aber das ist auch Herbstlich-Melancholisches. Es symbolisiert ebenso wie Vergänglichkeit, Erschöpfung, das Verwelken und Abschiednehmen.

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