Es wird nicht viel geben aus der Corona-Zeit, auf das man mit Vergnügen zurückblickt. Aber die Bilder von nachgestellten Kunstwerken gehören ganz sicher zu den Lichtblicken. Im März 2020 rief das Getty Museum in Los Angeles zur sogenannten Getty Museum Challenge auf. Die Herausforderung bestand darin, mit Hilfe von drei Haushaltsgegenständen ein Kunstwerk nachzustellen – mit Bettlaken, Kochtöpfen, Toastscheiben oder was auch immer. 100.000 Menschen aus der ganzen Welt sind dem Aufruf gefolgt, haben ihre Kreationen auf Twitter veröffentlicht, und das Museum hat aus den höchst kreativen Adaptionen den Bildband „Off the Walls“ gemacht.

Es ist ein Riesenspaß, durch den schmalen Band zu blättern und des humorvollen Erfindungsreichtums der Teilnehmer gewahr zu werden: Zitronen und Wollfäden, die zu Himmelskörpern werden, Legosteine, aus denen jemand  Katsushika Hokusai „Große Welle“ rekonstruiert hat, das Meerschweinchen, das sich mit Hilfe von zwei Pfeifenputzern in einen stolzen Hirsch verwandelt hat, Edwin Landseers „The Monarch of the Glen“ von 1851 nämlich. Eine Familie hat sich in ihrem Wohnzimmer sogar an Picassos „Guernica“ herangetraut. Die Challenge erzähle von der Kraft der Kunst, uns zusammenzubringen, heißt es im Vorwort. Alle Einnahmen aus dem Band kommen einem Künstlerhilfsprogramm zugute, das in den USA kürzlich gegründet wurde.

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