Große Erleichterung bringt diese Nachricht am Donnerstagmittag aus der Nationalgalerie: Die Rieckhallen am Hamburger Bahnhof, deren drohender Abriss durch den Grundstücksbesitzer, die CA Immo, in den letzten Monaten große Erregung in der Stadt, in den Medien und in der Politik auslöste, sind gerettet. Die weitläufigen Ausstellungsflächen und die idealerweise darunter befindlichen Depots bleiben der Nationalgalerie und damit den Staatlichen Museen erhalten. Das Land Berlin wird diesen der Immobiliengesellschaft CA Immo gehörenden Grund und Boden unter den Hallen im Tausch gegen ein noch nicht näher bezeichnetes gleichwertiges Landesgrundstück erwerben.

Seit 2004 dienten die einstigen Lagerhallen als Domizil der Flick-Collection mit Who’s-who-Werken der westlichen Gegenwartskunst. Der Schweizer Sammler Friedrich Christian Flick hatte sieben Millionen Euro in den Umbau investiert. Doch er entschied sich letztes Jahr wegen der unsicheren Situation für den Abzug seiner Leihgaben diesen Herbst. Der Grund: Die CA Immo hatte den Mietvertrag gekündigt, um auf dem Gelände weitere Eigentumswohnungen zu bauen. Zur Vorgeschichte des Dilemmas gehört, dass das Land Berlin und die Staatlichen Museen es 2007 versäumt hatten, einen noch lange gültigen Mietvertrag zu klären. Gabriele Quandt, Vorsitzende der Freunde der Nationalgalerie, lässt wissen, welcher Stein ihr gerade vom Herzen fällt: Nur an wenigen Orten in der Welt könne Gegenwartskunst so wirkungsvoll gezeigt werden.

Auf die brüske Entscheidung des Sammlers Flick hat die gute Wendung freilich keinen Einfluss mehr. Aber nun ist Hoffnung da, auch die bedenkliche Situation des Geländes unter dem Hauptgebäude Hamburger Bahnhof zu einem Happy End zu bringen. Auch das gehört der CA Immo. Hierzu heißt es aus dem Haus von Kulturstaatsministerin Monika Grütters: „Alle Beteiligten streben eine langfristige Sicherung des Erhalts des Museums im Hamburger Bahnhof an. Hierbei werden derzeit verschiedene Optionen geprüft“. Ziel beider Parteien sei, schnellstmöglich eine für beide Seiten wirtschaftlich darstellbare Lösung zu erarbeiten.