Berlin - Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) hält an dem Vorhaben fest, die sogenannten Benin-Bronzen, die für die Ausstellung im Berliner Humboldt-Forum vorgesehen waren, an Nigeria zurückzugeben. Um diese Rückgabe vorzubereiten, war Stiftungspräsident Hermann Parzinger zusammen mit Andreas Görgen vom Auswärtigen Amt sowie Barbara Plankensteiner, der Direktorin des Museums MARKK in Hamburg und Co-Sprecherin der Benin Dialogue Group, vom 17. bis 21.Mai nach Nigeria gereist.

„Unser erklärtes Ziel sind substanzielle Rückgaben von Objekten aus dem historischen Königreich Benin schon im Jahre 2022“, sagte Hermann Parzinger nach seiner Rückkehr in Berlin. „Wir hatten sehr gute Gespräche mit Vertretern der Regierung der Bundesrepublik Nigeria und des Bundesstaates Edo sowie dem Oba (König) des Königreichs von Benin in Benin-City.“

Wiedergutmachung von historischem Unrecht

Die sogenannten Benin-Bronzen sind eine Gruppe von mehreren Tausend Metalltafeln und Skulpturen, die seit dem 16. Jahrhundert den Königspalast des ehemaligen Königreichs Benin schmückten. Infolge kolonialer Raubzüge des britischen Königreichs wurden sie 1897 nach Europa und in die USA gebracht und auf dem Kunstmarkt veräußert.

Es sei eindrucksvoll zu sehen gewesen, so Parzinger, wie präsent die Kunst aus Benin noch heute im öffentlichen Leben Nigerias und des Edo State sei. „Diese Erfahrung bestätigte uns einmal mehr, wie richtig es ist, Kunstwerke aus Benin wieder an ihren Ursprungsort zurückzuführen. Es ist die Wiedergutmachung von historischem Unrecht und gleichzeitig die Basis für einen gemeinsamen Weg in die Zukunft. Wir waren uns mit allen unseren nigerianischen Gesprächspartnern einig, dass die Rückgaben mit einer engen und dauerhaften Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Museen verbunden sein sollen.“