Das Pfingstwunder trägt Blau. Die Gemäldegalerie-Wände hüllen sich extra für die Schau in einen samtigen Farbton, der den Widerhall des epochalen Umbruchs um das Jahr 1430 zu verschlucken scheint, sodass der Blick sich ganz aufs Bildgeschehen konzentrieren kann. Nach dem Kunst-Entzug in den Pandemie-Monaten fühlt man sich bei den Alten Meistern am Kulturforum vom „Geist der Kunst“ erfüllt. Das passt zu Pfingsten.

Und so lasse ich mich ein in die Erzählung dieser meisterhaften Lasurmalerei oder der grandiosen Bildhauer- und Goldschmiede-Arbeiten. Jahrhunderte Zurückliegendes kommt auf einmal ganz nah. Die Schau, gestaltet von fünf Kuratoren der Staatlichen Museen unter Federführung von Generaldirektor Michael Eissenhauer, erzählt anhand von 130 Bildwerken aus den Sammlungen sowie kostbaren Leihgaben von der Spätgotik im deutschsprachigen Raum. Vom Aufbruch in die Neuzeit, der Anerkennung der bis dahin rein sakralen Zweckbestimmung der Objekte als Kunst auch im weltlichen Sinne und dem langsamen Übergang in die Renaissance. Hintergrund waren die sukzessive Entdeckung der Welt und das Erkennen des Menschen als individuelles Wesen, das Interesse der Künstler am Körper, an Gesten, Posen und Mienenspiel.

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