Britisches TV kauft Hitler-Gemälde: Publikum entscheidet über Zerstörung

Ob das Gemälde aus der Hand von Adolf Hitler sowie andere Werke problematischer Künstler zerstört werden, wird in einer Sendung von Channel 4 festgelegt.

Wenn das Publikum es will, wird TV-Moderator Jimmy Carr das Hitler-Gemälde zerstören.
Wenn das Publikum es will, wird TV-Moderator Jimmy Carr das Hitler-Gemälde zerstören.Channel 4/Rob Parfitt

Der britische Fernsehsender Channel 4 hat ein Gemälde von Adolf Hitler gekauft und wird dem Publikum die Entscheidung darüber überlassen, ob es zerstört werden soll oder nicht. Das berichtet die britische Zeitung Guardian. Zerstören würde es der Fernsehmoderator und Komiker Jimmy Carr.

Die Abstimmung im Studio ist Teil einer Sendung, für die der Sender eine Reihe von Werken problematischer Künstler gekauft, darunter auch einen Picasso, eines von dem verurteilten Pädophilen Rolf Harris und eines von dem bereits verstorbenen Bildhauer Eric Gill, dessen Tagebücher nach seinem Tod enthüllten, dass er seine beiden Töchter im Teenager-Alter missbraucht hat.

Ende Oktober soll die Sendung mit dem Titel „Jimmy Carr zerstört Kunst“ ausgestrahlt werden. Diskutiert werden soll die Frage, ob sich ein Kunstwerk tatsächlich vom Künstler trennen lässt. Laut Guardian bestätigte der Programmdirektor von Channel 4, Ian Katz, dass, sollte das Publikum sich gegen die Zerstörung von Hitlers Gemälde entscheiden, der Sender es auf geeignete Weise entsorgen werde. Die infrage kommenden Werke würden mithilfe verschiedener Werkzeuge zerstört, dazu gehört auch ein Flammenwerfer.

Mit der möglichen Zerstörung von Kunst feiert Channel 4 seine Traditionen

Mit der Show feiere man die lange Tradition von Respektlosigkeit und Bilderstürmerei bei Channel 4, sagte Katz dem Guardian. Der Sender hat bereits eine Autopsie live übertragen sowie Menschen vor laufender Kamera mit Drogen gefüttert.

Katz gab die Informationen über die Sendung im Rahmen eines Interviews bekannt, in dem er Bilanz über seine fünf Jahre als Programmdirektor zog. Der Fernsehmann steht aufgrund abnehmender Zuschauerzahlen unter Druck und sieht sich mit dem Wunsch der Regierung konfrontiert, den öffentlich-rechtlichen Sender Channel 4 zu privatisieren.

Eine Sendung wie „Jimmy Carr zerstört Kunst“ würde ein privater Sender kaum riskieren, sagte er. So ein Programm sei schwierig und teuer.