Welche Erleichterung in der Berliner Galerieszene! Das 17. Gallery Weekend darf, das erlauben die Corona-Inzidenzwerte, am Freitag starten. Das Publikum kann somit leibhaftig zur Kunst, mit Negativtest und Anmeldung. Die 50 teilnehmenden Galerien haben Höhepunkte vorbereitet, etwa diesen: Mit einer als Gesamtkunstwerk gebauten Schau besetzt der Franzose Christian Boltanski, Jahrgang 44, geboren in Paris, das gesamte Haus der Galerie Kewenig mit Details seiner berühmten Werkgruppen. In ihnen offenbart der Praemium-Imperiale-Preisträger die Kernthemen seiner Kunst. Und rasch erfasst man, dass bei ihm jedes einzelne Werk mit den anderen zusammenhängt.

Das ist die wesentliche Aussage der Ausstellung. Boltanski arbeitet mit den Grauzonen und den Gratwanderungen menschlicher Existenz. Die Frage nach dem Sinn des Daseins bestimme seine Arbeit, sagt er: Tod und Erinnerung, Zufall und Bestimmung, Geschichte und das Verfließen der Zeit, damit die Endlichkeit des Lebens. „Da unser Geist von unseren Vorfahren kommt, bin ich mir sicher“,  so der – nicht religiöse! – Boltanski, „dass es in uns noch all die Toten gibt, die vor uns ... existierten“. 

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