Berlin - In der gediegenen Universitätsstadt Heidelberg ist Dagmar Hirschfelder gerade mit einer Ausstellung für das Kurpfälzische Museum beschäftigt, die den Blick auf das Weibliche in der Kunst von Albrecht Dürer bis Cindy Sherman freilegen soll. Das klingt nach mutigen Gegenüberstellungen und überraschenden Analogien.

Etwas mehr Schwung für die Präsentation der alten und beruhigten Kunst dürfte ganz gewiss auch das Anforderungsprofil der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) gewesen sein, für die die 1973 geborene Kunsthistorikern Dagmar Hirschfelder 2022 die Leitung der Gemäldegalerie von Michael Eissenhauer übernimmt, der dann in den Ruhestand verabschiedet wird.

Anspruchsvolles Anforderungsprofil

Nordalpine Malerei des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit, für die Dagmar Hirschfelder eine ausgewiesene Expertin ist, dürften für ihre künftige Arbeit aber nur eine untergeordnete Rolle spielen. Vielmehr lasten auf ihr die Erwartungen an eine durchsetzungsstarke Kulturmanagerin. Es geht um nicht weniger als die Wiederbelebung der Gemäldegalerie, die durch die Bauarbeiten des Museums der Moderne sowie die Eröffnung des Humboldt-Forums zuletzt an den Rand der Aufmerksamkeit gedrängt worden ist. Dagmar Hirschfelder wird für die einzigartige Sammlung am Kulturforum allerdings nicht nur ein neues Publikum erschließen müssen, sie soll zugleich auch neue Strukturen der Kunstvermittlung innerhalb der im Generalumbau befindlichen Preußenstiftung entwickeln.

In ihren ersten Äußerungen zum neuen Job hat Dagmar Hirschfelder sich noch zurückgehalten. Es gehe ihr immer um die Relevanz historischer Zusammenhänge. Außerdem möchte sie interdisziplinär und gattungsübergreifend arbeiten. Nur zu, es gibt viel zu tun am Kulturforum.