In der griechischen Mythologie ist Atlas ein Titan, der das Himmelsgewölbe am westlichsten Punkt der damals bekannten Welt stützte. Seit Entdeckung der Welt vermessen Kartographen die Erde in Atlanten. Auch Gerhard Richter, 89, Deutschlands berühmtester und erfolgreichster lebender Maler, nennt den Fundus seiner Bilder „Atlas“. Er bedient sich somit der Metapher, die das Gewölbe seines Lebenswerkes stützt. Diese gigantische, in Tableaus geordnete Materialsammlung aus winzigen Fotos, Collagen und Skizzen gilt als Grundlage seiner Arbeit seit Mitte der 1960er-Jahre nach der Flucht aus Dresden in den Westen. Jetzt ist diese Übersicht, die ein gleichsam monumentales eigenständiges Kunstwerk darstellt, im Max-Liebermann-Haus, Stiftung Brandenburger Tor, zu sehen. Eine Europapremiere, die der Corona-Lockdown immer wieder verschoben hatte.

Richter ist sogar anwesend, gleich eingangs, als Fototapete. Der Filmemacher Henning Lohner hat den Maler verewigt, wie er an der Wand seines Kölner Ateliers schwungvoll zeichnet. Das war 1990. Und ein Raum, in dem Filme von Lohner und Van Carlson gezeigt werden, vermittelt intime Einblicke in die Arbeit Richters. In einem langen Interview spricht er über seine Bildwelten – und über den „Atlas“.

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