Berlin - Den roten Sticker mit dem Bekenntnis „I LIKE MIES“ haben Wita Noack und ihre Freunde vom Förderverein des Hohenschönhausener Mies-van-der-Rohe-Hauses schon letztes Jahr an Besucher verschenkt. Ab und an begegnet mir im Berliner Kulturbetrieb jemand, der seine Sympathie für den Bauhausmeister am Mantelkragen ebenso offenbart wie ich. Manchmal lächelt man sich zu; mitunter ergibt sich ein Gespräch: Über den von den Nazis in die USA vertriebenen Architekten Mies van der Rohe (1886–1969), über seine markanteste Hinterlassenschaft in Berlin, die soeben bildschön und teuer sanierte Neue Nationalgalerie am Kulturforum. Oder man redet über die edle, vom Stadtbezirk Lichtenberg kostspielig rekonstruierte und zur regional wie international geschätzten kommunalen Galerie für Architektur und Kunst etablierte Bauhausidylle mit Garten am Obersee: „Haus Lemke“.

Die große Beliebtheit des Hauses, 1932 erbaut von Mies als Domizil für das Ehepaar Lemke und sein letztes Werk vor der Emigration in die USA, ist ebenso Segen wie ständige Herausforderung. Das Anwesen, in dem bis 1989 die Stasi residierte, ist nach 1990 rasch Teil der internationalen Mies-Gemeinde geworden, die von Dessau und Stuttgart über Barcelona bis Chicago reicht. Aber für so viel Zuspruch der Fachleute wie Laien ist das kommunal betriebene Museum viel zu klein.

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