Die Hochwasserkatastrophe zerstörte vergangenen Mittwoch einen Traum von Kunst. Am Dienstag war im Kölner Stadtanzeiger die traurige Nachricht zu lesen, dass die Avantgarde-Galeristin Inge Baecker in ihrem Haus in Bad Münstereifel im Kreis Euskirchen bei Einbruch der Flut umgekommen ist. Als das Wasser kam, war die 77-Jährige allein in ihrem Haus, krank und auf ein Beatmungsgerät angewiesen. Doch dann fiel der Strom aus, der Akku war bald leer.  Als die Bergungsmannschaften sie fanden, war sie erstickt.

Fünfzig Jahre ihres Lebens hat die aus Bochum stammende Kunsthistorikerin vor allem der in den 1960er-Jahren erfundenen Kunstrichtung des Fluxus (aus dem Lateinischen übersetzt heißt das Fließen, Fluss) gewidmet. Die wichtigsten Künstler dieser Nachkriegs-Avantgarde, vor allem aus den USA und Deutschland, stellte sie in ihrer 1970 in Bochum gegründeten Galerie aus. An einem ruppigen Ort, in einer umgebauten Tiefgarage. Edel und idyllisch wollte sie es nie. Über den Kölner Wolf Vostell, einen ihrer ersten Künstler, hatte Baecker  bei der „Happening & Fluxus“-Schau des Kurators und Documenta-Machers Harald Szeemann den New Yorker Fluxus-Pionier Allan Kaprow kennengelernt. Er bekam durch sie in Deutschland eine Präsenz wie nirgendwo anders in Europa.

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