Manche Menschen können mit Katastrophen besser umgehen als andere. Als die Künstlerinnen und Künstler der Hamburgischen Sezession 1933 ihre jüdischen Mitglieder ausschließen sollten, weil es die Reichskulturkammer der Nationalsozialisten so befahl, entschieden sie sich anders. Sie lösten die Vereinigung, die sich erst 1919 gegründet hatte, kurzerhand auf und versoffen (man darf es so sagen) den Rest der Vereinskasse, und zwar mit Champagner.

Für eine der Künstlerinnen aber, Anita Rée, war dies der Anfang vom Ende. Die Malerin, 1885 geboren, hatte äußerlich durchaus gute Startbedingungen; die Familie ihres Vaters waren wohlhabende jüdische Kaufleute in Hamburg. Ihre Mutter kam aus Venezuela – ein bisschen wie bei Thomas Mann – und brachte etwas mit, was es für Anita Rée im Inneren offenbar kompliziert machte, sie aber auch Künstlerin werden ließ. Vielleicht eine Schwermut, vielleicht auch dieses Moment des Nichtdazugehörens.

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