Berlin - Die 12. Ausgabe der Berlin Biennale zeitgenössischer Kunst kuratiert im Sommer 2022 Kader Attia. Das gab am Donnerstag das Büro der Berlin Biennale in den Kunstwerken Auguststraße bekannt. Die Entscheidung wurde von einer siebenköpfigen internationalen Auswahlkommission getroffen.

Der 50-jährige Franzose ist ein namhafter Installationskünstler, 2014 wurde er mit dem Kunstpreis Berlin geehrt. Kader hat algerische Eltern, lebt in Berlin und Algier in Algerien. Er beschäftigt sich in seinen Arbeiten mit dem Einfluss der westlichen Kultur und des Kapitalismus auf die Gesellschaften in Nordafrika und im Nahen Osten sowie mit den Nachwirkungen des Widerstands gegen die Kolonisierung auf die heutige arabische Jugend, insbesondere in den französischen Vorstädten.

2016 gründete Kader Attia im 10. Arrondissement von Paris „La Colonie“, einen Ort des Austauschs von Ideen und für Diskussionen mit dem Fokus auf die Dekolonialisierung – nicht nur von Menschen, sondern auch von Wissen, Geisteshaltungen und Praktiken. Im März 2021 findet im Haus der Kulturen der Welt Berlin der vierte Teil einer von Kader Attia und Kollegen initiierten Konferenzreihe mit dem Titel  „The White West“ statt.