Berlin - Mehrere große Museen in Berlin bekommen zum 1. Januar 2022 eine neue Leitung: Klaus Biesenbach wird Direktor der frisch sanierten Neuen Nationalgalerie und des noch entstehenden Museums des 20. Jahrhunderts nebenan. Das Kuratorenduo Sam Bardaouil und Till Fellrath übernimmt den Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart. Das teilte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz am Freitag mit.

Biesenbach war zuvor unter anderem MoMA-Chefkurator in New York. Stiftungspräsident Hermann Parzinger sprach von „einem absoluten Glücksfall für die Nationalgalerie, für Berlin, für die Kunst“. Der Künstlerische Direktor des Museum of Contemporary Art in Los Angeles kehre damit in die Stadt zurück, in der er vor 30 Jahren seine Karriere im Kunstbetrieb begonnen habe, heißt es. Damals etablierte Biesenbach mit anderen das Institut  Kunst-Werke in der Auguststraße in Berlin-Mitte und  die Berlin Biennale.

Kulturstaatsministerin und Stiftungsratsvorsitzende Monika Grütters erklärte zu Biesenbach: „Er ist eine erstklassige Wahl, um als neuer Direktor die Weichen für die frisch wiedereröffnete Neue Nationalgalerie und das neue Museum der Moderne Richtung Zukunft zu stellen.“ Biesenbach folgt in der Nationalgalerie, einem ikonischen Bau von Ludwig Mies van der Rohe, auf  den kommissarischen Leiter Joachim Jäger, der das haus nach der Generalsanierung mit großem Engagement  zur überaus erfolgreichen Wiedereröffnung gebracht hat.

Bardaouil und Fellrath sind die Gründer der Plattform Art Reoriented, sie arbeiten international - mit Projekten etwa in Südkorea, Doha oder Paris. Parzinger erklärte, das Duo werde Großes für die zeitgenössische Kunst in Berlin bewirken. Zu ihren Projekten gehört beispielsweise im nächsten Jahr der Französische Pavillon bei der Biennale in Venedig. Im Hamburger Bahnhof folgt das Duo auf die kommissarische Leiterin Gabriele Knapstein. Änderungen gibt es auch im Berliner Museum Berggruen - das solle aktiver, vielfältiger und eigenständiger werden und wird künftig von der Familie Berggruen mitfinanziert.

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die als Deutschlands größte Kultureinrichtung unter anderem die Sammlungen der Museumsinsel verwaltet, ist derzeit im Reformprozess. Die Stiftung gilt als zu behäbig, ihre Museen international nicht auf der Höhe ihrer Möglichkeiten.