Im Streit um die private Kunsthalle Berlin hat deren Initiator nun Zugeständnisse angekündigt. Dem Tagesspiegel sagte Walter Smerling, er wolle der Tempelhof Projekt GmbH anbieten, die Betriebskosten ganz zu übernehmen, obwohl er vertraglich nur zur Zahlung von 50 Prozent verpflichtet ist. Die Tatsache, dass Berlin öffentliches Geld in Smerlings Projekt steckt, war auf großen Unmut gestoßen, zumal die Betriebskosten bis zu 100.000 Euro im Monat erreichen können.

Der Vertrag war unter dem ehemaligen Bürgermeister Michael Müller (SPD) geschlossen worden. Er sieht vor, dass die private Bonner Stiftung Kunst und Kultur e.V. unter dem Kulturmanager Walter Smerling im Hangar 2/3 des Flughafens Tempelhof für zwei Jahre eine Ausstellungsfläche von 8000 Quadratmetern betreibt – mietfrei. Viele Künstler reagierten empört: Das Ausstellungsprogramm stehe keineswegs im Dienst einer von Ateliernot, beschränkten Ausstellungschancen und prekären Einkommen geplagten Kreativszene, sondern sei von einer gut geölten PR-Maschinerie beworbene Event-Kunst.

Walter Smerling ist bereit, den Namen der Kunsthalle Berlin zu ändern

Unmut hat auch die Namenswahl ausgelöst, sie war als Anmaßung empfunden worden. „Bei der Namenswahl ‚Kunsthalle Berlin – Flughafen Tempelhof‘ hätte es eine umfassendere Abstimmung geben müssen“, sagte Walter Smerling dem Tagesspiegel. „Dass sie nicht stattfand, war ein Fehler. Die daraus resultierende Verärgerung bedaure ich und würde die Bezeichnung ändern, wenn das hilft. Deswegen sollten sich jetzt alle an einen Tisch setzen. Es geht nicht darum, Kunst zu verhindern, sondern zu zeigen.“

Mehrere Künstlerinnen und Künstler haben inzwischen ihre Werke aus der Ausstellung „Diversity United“ abgezogen. Sie war zuerst im Flughafen Tempelhof zu sehen und ist derzeit in Moskau. Am Freitag äußerte auch der Fotograf Wolfgang Tillmans in einem offenen Brief an Smerling seinen Unmut: „Ich fühle mich von Ihnen benutzt und getäuscht“, schreibt er auf Instagram.