„In der Kunst geht es nicht um Kunst, in der Kunst geht es um das Leben.“ Das war ein kategorischer Satz der Louise Bourgeois, geboren 1911 nahe Paris, 2010 gestorben in New York. Sämtliche Ismen und Trends des launischen Kunstbetriebes hat die große amerikanisch-französische Bildhauerin vorbeiziehen lassen. Und siehe da, erst in den Achtzigern „entdeckt“, fehlte die Bourgeois auf keiner Biennale oder Weltausstellung mehr. Die Kunstszene – gerade die junge, feministische – lag der Greisin zu Füßen, bezieht sich bis dato auf sie, als sei sie noch immer da in ihrem Studio, mit ihren Assistenten in Chelsea.
Louise Bourgeois: Die Nadelstiche der Spinnenfrau
„Ängste halten die Welt in Atem“ – sagt eine grandiose Ausstellung im Berliner Gropius Bau über die Kunst dieser Ikone der weiblichen Avantgarde.

Louise Bourgeois: „Spider“, 1997The Easton Foundation/VG Bild-Kunst, Bonn 2022/Erika Ede