So kennt ihn die Welt: Perfekt bis exzentrisch gekleidet: Maßanzug mit Einstecktuch und Gehstock mit Silberknauf, eleganter schwarzer Hut. Und stets mit geschliffener Rhetorik gewappnet, gibt er sich als das Künstlergenie. Auch arrogant und angriffslustig kann er sein, wenn er sich anhören muss, es sei heutzutage vorbei mit der klassischen Malerei, die sei doch harmlos und hilflos angesichts der schlimmen Weltsituation. Also tot. Dann begreift er den Disput der Polit-Konzeptualisten und Medienkünstler als Angriff, als „kriegerischen Ort“. Solche Aussagen weist er mit geradezu olympischem Hochmut, aber auch Gelassenheit zurück: „Die Malerei kann nicht abgeschafft werden, denn nichts Göttliches kann der Mensch abschaffen. Aber wie alle Götter: Wir können verdämmern. Und wir müssen reichlich tun, und deswegen stelle ich auch an kriegerischen Orten aus, um also nicht göttlich zu verdämmern.“

Kaum zu glauben, dass dieser Maler am Sonntag 80 wird. Markus Lüpertz, geboren im tschechischen Reichenberg, der mal in Berlin, mal in Karlsruhe, Düsseldorf oder Florenz lebt und ein Atelier im Brandenburgischen hat, zählt zu den „Malerfürsten“ der alten Bundesrepublik, neben Georg Baselitz, 83, und neben dem verstorbenen Jörg Immendorff. Lüpertz hat mit seinen archaischen, expressiven und suggestiven Werken die moderne Malerei seit den 1960er-Jahren mitgeprägt. Da wären die frühen Dithyramben-Gemälde, deren Form vom Twentieth-Century-Fox-Logo inspiriert ist – da sind seine „ Zeltbilder“, deren Raum sich jenseits von Ort und Zeit befindet. Und da sind die „Deutschen Bilder“, in denen er die NS-Zeit thematisiert.

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