Non-Fungible Tokens (NFTs) stehen an der Spitze des diesjährigen weltweiten Kunstrankings „Power 100“. Die jährlich vom britischen Magazin ArtReview veröffentlichte Liste umfasst die nach Ansicht der Jury 100 einflussreichsten Persönlichkeiten und Bewegungen der aktuellen Kunst.

Ein NFT ist eine geschützte Datei, die auf der Blockchain-Technologie basiert. Der Token ist mit dem Werk verknüpft und durch die Blockchain abgesichert. Als Käufer dieser Kunst besitzt man das Echtheitszertifikat einer Datei und damit das Original.

Während noch unklar sei, ob es sich bei den NFTs um einen kurzfristigen Hype handele oder sie sich in der Kunstwelt etablierten, hätten sich etliche Museen, Künstler und Galerien in den vergangenen zwölf Monaten mit dem Thema beschäftigt, hieß es von der Jury.

Für Aufsehen in der Kunstwelt sorgte im März der Rekordpreis von rund 69 Millionen Dollar bei der Versteigerung einer NFT-Datei von Beeple bei Christie’s in New York. Inzwischen hat der Kryptokunst-Hype auch den deutschen Auktionsmarkt erfasst. „Ich will es auch nicht Kunst nennen“, sagt Markus Eisenbeis vom Kölner Auktionshaus Van Ham. „Aber es ist ein neuer Markt von einem gigantischen Volumen.“

Platz zwei der „Power 100“ belegt die amerikanische Anthropologin Anna L. Tsing, die für ihre Arbeiten an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft im Angesicht der ökologischen Katastrophe ausgezeichnet wurde. Auf Platz drei steht das indonesische Kollektiv ruangrupa, das die künstlerische Leitung der anstehenden Documenta inne hat. Die deutsche Künstlerin Anne Imhof, 2017 mit dem deutschen Pavillon in Venedig Preisträgerin des Goldenen Löwen, schaffte es auf Platz fünf.