Schwarz zu Weiß, Punkt für Punkt, dann eine Pointe. Mit ihr ist das Triviale noch mal abgewendet. Dennoch darf daneben das Banale des deutschen Alltags bestehen bleiben – als Blümchenvorhang, als Palme aus dem Inselparadies im Reisekatalog. Als Hochsitz für den Jagdverein, gemalt auf Blasenfolie, sodass die Punkte und Raster schön durchkommen.

Sigmar Polkes besondere Mischung aus Alltäglichkeiten und dem Bildpersonal der Demokratie und deutschen Geschichte fand ihren Höhepunkt im zehnteiligen Zyklus „Wir Kleinbürger“ – ätzende Analyse der Wirtschaftswunderzeit und deren sozialer Schattenseiten, ein Panoptikum aus Hippietum, Punk, Frauenbewegung, Terrorismus. Polke kam damit an. Seine Bilder, auf denen Anzugträger, Bikinimädchen, Hexen, Salamander, Demonstranten und Polizisten durch Reifen springen, um dann punktgenau auf dem Papier zu landen, hängen in großen Museen der Welt, sogar im Reichstag.

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