Exotik war Zeitgeist. Und Exotik war repräsentativ, gar Statussymbol. Auf den Tischen der Amsterdamer und Rotterdamer Kaufleute, der Reeder, Ratsherren, Staalmeesters und anderer Gilde-Vorsteher liegen schwere Gobelindecken mit orientalischer Ornamentik. Alte und junge Männer tragen prächtige Turbane, seidene Kaftane mit Troddeln und imposanten Krummsäbeln an den Gürteln, dazu flache, strumpfartig schmiegsame Satinschuhe.

Die Damen sind angetan mit schimmernder Seide,  zarten Schleiern und kostbarem orientalischem Schmuck. Auf den Tafeln prangen Gewürz-Gefäße und Gerätschaften mit feinsten Mustern wie aus Tausendundeiner Nacht, dazu Porzellane, Wunderkammer-Exponate wie Muscheln, Korallen, vergoldete Straußeneier, monströse Getier-Präparate. Und auf dem Gemälde vom Markt von Batavia (heute Jakarta) anno 1688, so jedenfalls mutet es an, werden sich gleich die hohen Kokospalmen vor den Seefahrern vom nördlichen Atlantik verneigen.

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