Die mächtigen Göttinnen der Künste sind launisch. Küsst die Muse ihren Auserwählten zu früh, lässt sie mitleidlos zu, dass alle Energien sich vorzeitig verbrennen und die Kreativität sich erschöpft. Andere lässt sie alt, grau und gebrechlich werden, bis Erfolg und Anerkennung sie endlich ereilen. Die Pankower Grafikerin Ruth Wolf-Rehfeldt ist zwar grau geworden und sehr fragil, doch sie steckt den späten Rummel um sie und ihre Schreibmaschinenbilder kregel weg. Am Dienstag feiert sie ihren 90. Geburtstag. Auf der Documenta 14 im Jahre 2017 wurde sie von der jungen Künstlerschaft für ihre „präzise Poesie“ und als Königin des Typewritings gepriesen. Die in Wurzen Gebürtige, die ein paar Semester lang Philosophie studiert hat, ehe sie die Haupternährung der Familie übernahm, hält es mit Balzac: Der Dichter der „Menschlichen Komödie“ schrieb, Ruhm sei ein Gift, das der Mensch nur in kleinen Dosen vertrage.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.