Ihren 70. Geburtstag feierten die Berliner Filmfestspiele im Kulturforum. Schauspieler und Produzenten, Regisseure und Vermarkter trafen sich zum Reden, Trinken und Häppchenessen in dem riesigen Foyer wenige Schritte vom Berlinale-Palast entfernt. Als besonderer Clou stand ab Mitternacht die Gemäldegalerie offen. Kaum jemand nahm das Angebot an. Es war ein berückendes Gefühl, allein vor den Gestalten von Botticelli und Vermeer zu stehen. Wenn die mehr als 2000 Feiernden damals, am 20. Februar 2020, gewusst hätten, was alles noch kommt, sie hätten sich vor den Bildern gedrängelt.

Jetzt, ein Jahr später gibt es für alle die Möglichkeit, den Schätzen der Gemäldegalerie ganz nah zu kommen. Ein virtueller Museumsrundgang, abrufbar auf smb.museum/gemaeldegalerie-360, bietet Einblick in einzelne Säle und Epochen, zeigt, was einmal ausgestellt war und jetzt immer noch hängt. Kommentare lassen sich ein- und ausblenden. Der Eindruck ist noch gründlicher als mit einem professionellen Führer an der Seite beim Spaziergang zu Fuß durch die Säle oder mit dem Gerät mit Audioführung um den Hals, denn man ist in Raum und Zeit abhängig. Der Online-Rundgang gestattet Schlaflosen nachts um 3 Uhr, das Tablet aufs Kopfkissen zu legen und Kunst zu sehen. Und während man live den Sicherheitsabstand zu den Werken beachten muss, gestattet die Zoom-Funktion, mit der Nasenspitze ins Bild zu krauchen.

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