„Unzertrennlich“. Schon der Titel dieses Kunst-Buches, das gut auf den Gabentisch passt, besagt, dass es um eine seit Urzeiten zutiefst menschliche Beziehung geht. Sie wurde mythisch-kultisch dargestellt in archaischen Kulturen der Mutter als Archetyp, als Hüterin des Lebens. Und in der Antike gar idealisiert. Heilig und anbetungswürdig sehen wir sie im christlich-religiösen Kontext der Madonnen-Erzählungen. Und inniglich in der säkulären Welt des Westens wie des Ostens. In der Moderne wagten es die Dadaisten und Surrealisten ein wenig ketzerisch. Mit dem Ergebnis, dass so manches Bildwerk heutzutage in Cancel-Culture-Kreisen als nicht mehr ausstellbar gilt. Man denke hier an den Surrealisten Max Ernst, der 1926 ein Bild malte, auf dem die Heilige Madonna vor Zeugen den Jesusknaben verhaut. Möglicherweise war ihm die Idee dazu gekommen, als er mal im Frankfurter Liebighaus vor einer kleinen Elfenbeinskulptur aus dem späten 19. Jahrhundert stand: Eine nackte junge Venus züchtigt den dreisten kleinen Amor.

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