Meißel, Eisen, Motorrad: Die Wiederentdeckung der Louise Stomps

Das Verborgene Museum ist mit einer grandiosen Skulpturenschau über eine zu Unrecht Vergessene zu Gast in der Berlinischen Galerie.

Stefan Moses fotografierte die Bildhauerin Louise Stomps 1982 mit ihrer schweren BMW-Seitenwagenmaschine im Bayerischen Rechtmehring, damals für seine Serie „Große Alte“ im Wald. Sechs Jahre später verunglückte die passionierte Bikerin 88-jährig in Wasserburg tödlich mit ihrer neuen Yamaha.
Stefan Moses fotografierte die Bildhauerin Louise Stomps 1982 mit ihrer schweren BMW-Seitenwagenmaschine im Bayerischen Rechtmehring, damals für seine Serie „Große Alte“ im Wald. Sechs Jahre später verunglückte die passionierte Bikerin 88-jährig in Wasserburg tödlich mit ihrer neuen Yamaha.Verborgenes Museum/Berlinische Galerie/Archiv Stefan Moses

Fast kommt man zu dem Schluss, Berlin strafe so manche Künstler, die die Stadt verlassen haben, allzu schnell mit Vergessen. Im Falle der Bildhauerin Louise Stomps (1900–1988), in den Fünfzigern mit dem Kunstpreis Berlin geehrt, war das so. Unter den Nazis hatte sie die „Innere Emigration“ gewählt. Unter der sowjetrussischen Besatzung saß sie 1945, angeblich wegen Spionage, wochenlang in Haft. Bis in die 1960er-Jahre hinein war sie in der Kunstszene West-Berlins vor allem im Kreis der legendären Galerie Rosen aktiv, zusammen mit Renée Sintenis, Hans Uhlmann, Gustav Seitz, Karl Hartung. Dann wurde ihr die Stadt zu laut; sie suchte Ruhe, zog 1960 aufs Land, nach Bayern. Ein Grund war auch ihre Passion: das Motorradfahren. Mit ihrer alten Beiwagen-BMW kam sie überall hin.

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