Wolfgang Leber, dieser „französischste“ unter den Malern der sogenannten Berliner Schule, der stilistisch an Matisse und Cézanne erinnert, ist unlängst 85 geworden. Das besondere Datum aber ging unter im Lockdown. Keine Feier, keine Galerie, kein Museum hatte geöffnet, um ihn angemessen zu würdigen. Für ihn ist das „kein Fall, der gemeldet werden müsste“ – eine Anspielung auf den großen Kollegen Max Liebermann, der gewiss viel eitler war als Wolfgang Leber. Aufhebens um seine Person hat der im Osten Berlins berühmt gewordene Maler nie gemacht.

Doch seine Galeristen Doris Leo und Jörg Sandau richten ihm soeben eine feine Geburtstagsschau aus. Nun ist die Bildversammlung seit den 1960er-Jahren bis heute ab dem 8. April geöffnet. Die Motive reichen von seiner ganz unmittelbaren Umgebung, dem Atelier und immer wieder der Stadt – ohne und mit angedeuteten Figuren – über Gestalten in Innenräumen bis hin zu abstrahierten, manchmal mysteriösen Wesen und Dingen sowie Stillleben und Interieurs ohne Räumlichkeit. Wir sehen den esprit-geladenen Bildern die Lust und das Spielerische des Malens an, diese Freude an nuancenreicher Farbigkeit.

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