Berlin - Wenn eine Kunstgalerie „Akutsprechstunden anbietet", dann ist wohl klar – es handelt sich um eine vorübergehende Maßnahme. In diesem Falle um ein neues und auch ziemlich originelles Kunst-&-Alltags-Format, dem der vor 100 Jahren geborene Kunst-&-Alltags-Aktionist Joseph Beuys sicher zustimmen würde, weil damit der Kontakt zum Kunstpublikum und zu den Bewohnern der Nachbarschaft, insbesondere während des aktuellen und möglichen nächsten Lockdowns, unbedingt beibehalten wird – oder nach langen Schließzeiten überhaupt wiederhergestellt werden kann.

Der beliebte Projektraum Axel Obiger – der Name setzt sich zusammen aus den Anfangsbuchstaben der Künstlerinnen und Künstler dieser Gemeinschaft – bietet eine Kunstbegegnung an der frischen Luft an, draußen, auf der Brunnenstraße, vorm großen Fenster. Jeden Freitagnachmittag (jeweils 16 bis 19 Uhr) sind die einzelnen Kunstwerk im Schaufenster zu betrachten, ein ganzes Wochenende will dann zu Überlegungen anregen, was mit unserem Alltag durch die Pandemie passiert ist. Warum es scheinbar so viele Wahrheiten gibt. Ob die allgemeine Verunsicherung Erkenntnis ermöglicht. Ob das Kontrollverlust, Freiheit oder Angst bedeutet. Und ob gar in der Not eine Tugend liegt?

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