Mit ZERO brachte der vor 90 Jahren in Hessen geborene Heinz Mack einen neuen internationalen Stil in die westliche Kunstszene, zusammen mit dem Lichtkünstler Otto Piene. ZERO bedeutet „Stunde Null“. Das war 1957 in Düsseldorf. Die Künstlerfreunde sahen die Nachkriegskunst „mit einem Übermaß an Ballast befrachtet“, wollten einen neuen Anfang, der von der Vergangenheit unbelastet sein sollte. Sie wollten dem Drama des NS-Regimes und des Zweiten Weltkrieges mit seinen Verbrechen und Gräueln eine reine, heile Welt entgegensetzen, indem sie in der Alternative zu den alten Kunstwertigkeiten als eine hoffnungsvolle und idealistische Lebensauffassung sahen.

ZERO bezeichnete auch eine Phase des Schweigens und der Stille, eine Zwischenzone, in der ein alter Zustand in einen neuen übergeht. Vier Jahre später wurde der aus der DDR geflüchtete Bildhauer Günther Uecker samt seiner „Nagelkunst“ der Dritte im Bunde. Aber schon ab 1966 ging dann jeder seiner – sehr erfolgreichen – Wege.  ZERO-Heinz sorgte international für Furore mit seinen kinetischen Lichtstelen, Licht-Installationen in der Wüste, die zu den frühesten Werken der Land-Art zählen. Publikum, Sammler wie Kunstkritik zeigten sich fasziniert von seinen flirrenden und schimmernden Gitterstrukturen, die ganze Städte zu utopischen Orten machten, den Licht-Malereien, die in komplexer Weise die physikalische Gesetzen der Farben veranschaulichen. Mehrmals wurde er zur Documenta eingeladen, 1970 bespielte er den deutschen Pavillon auf der Biennale Venedig. Und 2004 bekam er das Bundesverdienstkreuz, 2015 eine große Schau im Gropius-Bau.

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